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  • Sar Dine

Sinnlichkeit bei Brustkrebs

Ich habe während meiner Krebserkrankung meine Sinnlichkeit verloren.

Viel schlimmer noch, ich habe mich verloren.


Alles wurde noch getopt, als man mir die Brust amputierte und nur noch ein flaches etwas mit Narben übrig blieb.


Und dann meine Haare!

Aus langen Haaren wurde eine Glatze!

Mein Gesicht und mein Körper aufgequollen von den hohen Cortisongaben.

Wo sollte da noch Raum für Selbstvertrauen, Sinnlichkeit und Reiz für den Partner bleiben?

Ich schämte mich!


Ich hatte selbst sämtlichen Reiz verloren.

Jegliches Licht in mir brannte nur noch auf Sparflamme.


War es das nun ?

War das alles, was übrig blieb?

Für eine Zeit lang schon.


Bis ich mich zu lieben begann.

Bis ich akzeptierte, dass ich mehr bin, als meine Hülle.

Dass Sinnlichkeit gelebt wird,

man ausstrahlt,

lebt,

in den Augen zu sehen ist.

Es war einer meiner glücklichsten Momente dies zu spüren.


Aber es genügte nicht.

Ich wollte mehr erreichen, als das, ja was mir das Leben noch übrig ließ.

Bis ich mit viel Arbeit meinen Körper wieder so formte, dass ich mich gut darin fühlte.

Bis ich all die Medikamente wieder aus meinen Zellen hatte.

Bis ich all die Operationen über mich ergehen lies,

bis ich mich wieder etwas vollständiger fühlte und dann meine Narben lernte zu lieben.

Schwer war das!


Heute liebe ich meine Narben!

Sie erzählen Geschichten.

Und oh, ganz tief in mir, wünschte ich mir die Unversehrtheit doch...

Aber: Es ist was es ist und es ist gut so!

Ich habe mich und meine Sinnlichkeit zurück.

Denn ich bin mehr!


Ich möchte all den Frauen mit Krebs und Narben sagen, verliert eure Sinnlichkeit bitte nicht.

Ihr seid viel mehr!


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